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Verkehrsversuch Fahrradstraße Humboldtstraße

Anlass für den Verkehrsversuch

Die Humboldtstraße ist seit 2014 eine Fahrradstraße. Die Zahl der Radfahrenden hat seitdem deutlich zugenommen und das Konzept hat sich grundsätzlich bewährt.
Allerdings gibt es Konflikte zwischen Radfahrenden und dem Kfz-Verkehr, die auch in der Beteiligung des EU-Projekts SUNRISE benannt wurden. Dies betrifft z. B. Drängeln, zu enges Überholen und zu hohe Geschwindigkeiten. Gerade an den Baumnasen treten solche Situationen ein. Außerdem gibt es weitere Konflikte, die die Einmündung zum Dobben (Aufstellfläche zu klein, Vorbeifahrstreifen zu schmal und zu kurz) sowie die Fußgängerampeln (fehlende Akzeptanz durch Radfahrende bei Rotlicht) betreffen.
Mit einer Erhebung im August 2019 wurde festgestellt, dass in der Humboldtstraße immerhin ca. jedes fünfte Auto reiner Durchgangsverkehr ist. Die Unfallfallforschung der Versicherer (GDV) bestätigt mit einer Untersuchung die Problematik, die Kfz-Durchgangsverkehr in Fahrradstraßen für den Radverkehr auslöst. Im Ergebnis empfiehlt die Unfallforschung, mit der Zufahrtserlaubnis für Kfz in Fahrradstraßen restriktiver umzugehen.

Konfliktsituationen in der Humboldtstraße

Drei Versuchsphasen

Zur Verbesserung der Situation in der Fahrradstraße sollen in einem Verkehrsversuch nun drei mögliche Lösungen erprobt werden:

1. „Anlieger frei“: Anordnung durch Beschilderung als mildestes Mittel, um den Kfz- Durchgangsverkehr zu unterbinden, nur Anlieger*innen dürfen mit dem Auto in die Humboldtstraße fahren (ab März 2021). Die Pressemitteilung zum Start in den Verkehrsversuch finden Sie hier.

2. „Modalfilter“: Durchfahrtsperre für den Kfz-Verkehr westlich der Horner Straße, Durchfahrt für Fahrräder frei, Anpassung der Fahrtrichtung in zwei Abschnitten der Feldstraße, um die Umfahrung der Durchfahrtsperre über die Seitenstraßen zu vermeiden (ab Mai 2021). Die Pressemitteilung zum Wechsel in die zweite Versuchsphase finden Sie hier.

3. „Einbahnstraße“: in Fahrtrichtung Sankt-Jürgen-Straße, um die Hauptrichtung des Kfz-Durchgangsverkehrs zu unterbinden, für Fahrräder weiterhin in beiden Richtungen frei (ab Juli 2021).

Das Konzept wurde im Ausschuss für Mobilität und Klimaschutz des Beirats Östliche Vorstadt vorgestellt. Der Beirat Östliche Vorstadt hat am 17.12.2020 den Verkehrsversuch beschlossen.

Start in den Verkehrsversuch: Anlieger frei

Verkehrsversuch geht in die zweite Runde: Modalfilter

Ziel „Eine Fahrradstraße zum Wohlfühlen“

Mit dem Verkehrsversuch werden folgende Ziele verfolgt:

I. entspannt Radfahren

  • weniger Konflikte mit Kfz-Verkehr (Drängeln)
  • weniger Kfz-Verkehr, vor allem Vermeidung des Kfz-Durchgangsverkehrs
  • verträgliche Abwicklung des Kfz-Verkehrs in der Quartierserschließung

II. sichere Einmündung am Dobben

  • ausreichend große Aufstellfläche für Radfahrende
  • Vorbeifahren an Kfz-Rückstau ermöglichen
  • Erhalt des Baumes ermöglichen

III. sichere Kreuzung an der Sankt-Jürgen-Straße

  • Vorbeifahren an Kfz-Rückstau ermöglichen
  • gute Sichtverhältnisse schaffen
  • Querungshilfe für Fußgänger*innen anbieten
  • Verbindung ins Neue Hulsberg-Viertel schaffen

IV. sichere Querung der Fahrradstraße

  • Akzeptanz der Querungshilfen erreichen (damit Radfahrende auch bei Rot halten und man zu Fuß sicher über die Straße kommt)

Versuch macht klug

Um die Auswirkungen auf den Kfz-Verkehr sowie die Wirksamkeit im Hinblick auf die Belange der Fahrradstraße zu evaluieren, wird der Verkehrsversuch durch Vorher-Nachher-Untersuchungen begleitet. Die Evaluation umfasst folgende Bausteine:

  • Verkehrszählung in der Humboldtstraße, ggf. Seitenstraßen im Quartier sowie in Parallelachsen (Kfz-Verkehr und Radverkehr)
  • Erhebung des Kfz-Durchgangsverkehrs
  • Verkehrsbeobachtungen
  • Geschwindigkeitsmessungen mit einer Geschwindigkeitsmesstafel auf Höhe Goethestraße
  • Befragung der Nutzer*innen und Bewohner*innen des Quartiers

Nach Auswertung der Ergebnisse sollen diese im Herbst im Beirat diskutiert und eine Entscheidung für die zukünftige Verkehrsregelung in der Humboldtstraße getroffen werden.

Machen Sie mit!

Wir freuen uns, wenn Sie den Prozess konstruktiv begleiten!

  • Informationen zum Prozess werden auf dieser Webseite aktuell gehalten.
  • In den öffentlichen Sitzungen des Beirats Östliche Vorstadt wird über den Stand im Prozess berichtet.
  • Die Öffentlichkeitsarbeit erfolgt über Postwurfsendungen, Pressemitteilungen und Vor-Ort-Informationen. Kommen Sie gerne auf uns zu!
  • Bitte beteiligen Sie sich an den Befragungen, so dass Ihre Wahrnehmung in der Auswertung des Versuchs berücksichtigt werden kann.

FAQ zum Verkehrsversuch Humboldtstraße

Häufig gestellte Fragen – hier finden Sie die Antworten.

­Ja, nebeneinander fahren ist in Fahrradstraßen ausdrücklich erlaubt.
­Wer nebeneinander fährt, muss Rücksicht auf den Gegenverkehr nehmen.

­Die Höchstgeschwindigkeit für den Fahrverkehr beträgt in Fahrradstraßen 30 km/h. Das gilt also für den Kfz-Verkehr und den Radverkehr.
­Dabei geben Radfahrerende in Fahrradstraßen die Geschwindigkeit vor. Kraftfahrzeuge müssen ihre Geschwindigkeit anpassen, wenn es keine Möglichkeit gibt, um sicher mit einem Abstand von 1,50 m zu überholen.

­In Fahrradstraßen gilt grundsätzlich die Regelung Rechts vor Links. Genauso wie auch in Tempo 30-Zonen.
­Weil Fahrradstraßen als attraktive Verbindungen im Radverkehrsnetz funktionieren sollen, wird häufig die Vorfahrt zugunsten der Fahrradstraße organisiert. Das geht entweder mit Beschilderung oder baulich mit durchgezogenen Bordsteinen.

­An allen Einmündungen, die hochgepflastert sind und wo der Bordstein durchgezogen ist, gilt: Vorfahrt für die Fahrradstraße Humboldtstraße.
­An den aufgepflasterten Kreuzungen Horner Straße und Wielandstraße gilt: Rechts vor Links.
­Das ist kompliziert und wird ein Thema im Verkehrsversuch sein.

Wer ein an der Straße anliegendes Grundstück bewohnt oder zu einer Erledigung aufsuchen möchte, ist Anlieger*in.
Das heißt, Anlieger sind auch alle Personen, die in Kontakt mit den Bewohner*innen oder Grundstückseigentümer*innen treten wollen, wie beispielsweise Patient*innen, die einen Arzt aufsuchen wollen, Hotelgäste, Kundschaft, oder Handwerker*innen.
Diese Regelung trifft auch auf die Anlieger der Seitenstraßen zu, die ausschließlich über die Humboldtstraße angefahren werden können.
Für alle anderen Kraftfahrzeuge, die die Straße nur als Abkürzung benutzen wollen oder ohne triftigen Grund dort parken, ist die Benutzung verboten.

Verkehrsversuche sind gemäß Straßenverkehrsordnung (StVO) § 45 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 2 zulässig „zur Erforschung des Unfallgeschehens, des Verkehrsverhaltens, der Verkehrsabläufe sowie zur Erprobung geplanter verkehrssichernder oder verkehrsregelnder Maßnahmen.“
In der Humboldtstraße sind Konflikte zwischen Radverkehr und Kraftfahrzeugverkehr bekannt. Um diese Konflikte zu reduzieren, wird der Verkehrsversuch durchgeführt.

Nein, In Fahrradstraßen darf anderer Fahrzeugverkehr als der Radverkehr nur ausnahmsweise zugelassen werden (z.B. Anliegerverkehr). Das steht in der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung. Daher müssen vor der Anordnung die Bedürfnisse des Kraftfahrzeugverkehrs ausreichend berücksichtigt werden (alternative Verkehrsführung).

Grundsätzlich müssen alle im Straßenverkehr gegenseitig Rücksicht nehmen. Das steht in §1 der Straßenverkehrsordnung.
In Fahrradstraßen geben Radfahrende die Geschwindigkeit vor. Kraftfahrzeuge müssen ihre Geschwindigkeit anpassen, wenn es keine Möglichkeit gibt, um sicher zu überholen.
Wer mit dem Fahrrad nebeneinander fährt, muss Rücksicht auf den Gegenverkehr nehmen.
Gehwege sind auch in Fahrradstraßen zum Gehen da. Das Radfahren ist auf Gehwegen verboten - auch wenn diese wie in der Humboldtstraße sehr breit sind. Denn breite Gehwege laden zum Flanieren ein, und Radfahrer*innen gehören hier nicht hin.
Beim Überholen muss ein Abstand von 1,50 m eingehalten werden. Das steht in der Straßenverkehrsordnung. Wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann, gilt ein Überholverbot

­Grundsätzlich gilt, dass Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr mit dem Fahrrad den Gehweg benutzen müssen. Kinder bis zum vollendeten 10. Lebensjahr dürfen dies tun.
­Radwege, die baulich von der Fahrbahn getrennt sind, dürfen auch von Kindern bis 8 Jahre benutzt werden.
­Auch in Fahrradstraßen, in denen Kfz-Verkehr zugelassen ist, müssen Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr den Gehweg benutzen.

Kontakt

Team Nahmobilität

Contrescarpe 72
28195 Bremen


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