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Mobilität in Bremen und umzu

Vertiefende Analyse der Haushaltsbefragung zum Verkehrsverhalten SrV aus dem Jahr 2013 und Vergleich mit 2008

Durch die Freie Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde), vertreten durch den Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, wurde eine detaillierte Auswertung der Ergebnisse der Verkehrserhebung SrV 2013 sowie ein Vergleich der Daten aus 2008 und 2013 beauftragt. Die Ergebnisse der Analyse wurden in einem Kurzbericht zusammengefasst. Der Bericht dokumentiert die Ergebnisse des Vergleichs der SrV 2008 und 2013 für Bremen sowie einige Kernergebnisse für die SrV-Teilnehmergemeinden im Bremer Umland.

Seit 1971 wird alle 5 Jahre im Auftrag verschiedener Kommunen und regionalen Institutionen unter dem Titel „System repräsentativer Verkehrserhebungen“ (SrV) eine Haushaltsbefragung zum Verkehrsverhalten durch die Technische Universität Dresden durchgeführt. Bremen nimmt seit 2008 an dieser Befragung teil.
Die Vorteile dieses Befragungsinstruments liegen darin, dass einerseits die Veränderungen in der Verkehrsmittelwahl und weiteren Mobilitätskennziffern festgestellt und analysiert werden können, andererseits ein Städtevergleich möglich ist. Aufgrund der wissenschaftlichen Betreuung durch die TU Dresden und der Erfahrung aus über 45 Jahren SrV, liefert die Befragung fachlich fundierte Erkenntnisse zum Verkehrsverhalten.
Die vertiefende Auswertung der Befragungsergebnisse aus 2013 im Vergleich zu 2008 wurde 2016/2017 erstellt.
Dieser vertiefende Analyse der Haushaltsbefragung zum Verkehrsverhalten SrV aus dem Jahr 2013 und Vergleich mit den Ergebnissen der SrV aus dem Jahr 2008 wurde der zuständigen Deputation in einem Bericht der Verwaltung für die Sitzung der Deputation für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung, Energie und Landwirtschaft (S) am 17.08.2017 (pdf, 1.9 MB) vorgestellt. Der Kurzbericht des mit dieser Analyse beauftragten Planungsbüros ist dem Bericht der Verwaltung als Anlage beigefügt.

Aktuelle Ergebnisse zum Mobilitätsverhalten in Bremen (SrV 2013)

In den Jahren 2008 und 2013 wurden von der Technischen Universität Dresden im Auftrag des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr in Bremen Haushaltsbefragungen zum Verkehrsverhalten aus der Reihe „System repräsentativer Verkehrserhebungen“ SrV durchgeführt. Für die Erhebung wurden in 2013 insgesamt 3.008 Personen in 1.281 Haushalten zu ihrem Verkehrsverhalten befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Erreichung der Ziele des Verkehrsentwicklungsplans auch durch anhaltende Veränderungen im Verkehrsverhalten der Bremerinnen und Bremer unterstützt werden.

Bremen bleibt Stadt der kurzen Wege - Potenziale für mehr Rad- und Fußverkehr
Insgesamt sind die Bremer 2013 mobiler als 2008 und legen mehr Wege pro Tag zurück. Im Mittel sind es kurze Wege, die sie für Ihre Erledigungen machen. 7 von 10 Wegen sind kürzer als 5 Kilometer. Diese Entfernungen sind gut geeignet für die Radnutzung, auf kurzen Wegen auch zu Fuß. Das Potenzial für Verlagerungen ist hoch, denn die Hälfte aller Pkw-Fahrten ist kürzer als 5 Kilometer.

Bremen ist die Fahrradhauptstadt unter den Halbmillionenstädten
Jeden vierten Weg legen die Bremer mit dem Fahrrad zurück. Der Anteil der Fahrten mit dem Fahrrad liegt damit in Bremen deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer Städte wie Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Leipzig. In Bremen wird zudem noch im Herbst mehr geradelt als in diesen Vergleichsstädten im Sommer.

Autonutzung geht zurück
Mehr Fuß, Rad, Bus und Bahn - weniger Pkw. Insgesamt verliert das Auto in Bremen an Bedeutung: 2 von 3 Wegen werden mit dem Umweltverbund aus Bus, Bahn, Rad und Fußverkehr zurückgelegt. Das sind 12,3 Prozent mehr Wege gegenüber der Erhebung aus 2008. Mit dem Pkw wurden hingegen 7,2 Prozent weniger Wege absolviert. Auch auf dem Weg zur Arbeit: Der Anteil des Umweltverbundes stieg bei den Arbeitswegen von 47,3 Prozent in 2008 auf 55,1 Prozent in 2013, somit werden mehr als die Hälfte der Wege zum eigenen Arbeitsplatz mit dem Umweltverbund zurückgelegt. Bei den Auspendlern wird jeder 4. Weg mit dem Umweltverbund zurückgelegt; dieser Anteil hat sich seit 2008 somit verdoppelt.

Männern fahren immer weniger mit dem Auto
Statussymbole verändern sich – Rund 5 Prozent der jungen Bremer Männer machten in 2013 gegenüber 2008 seltener den Führerschein. Außerdem fahren nun Bremer Männer um 5 Prozent häufiger ÖPNV und nähern sich damit den Werten der Bremerinnen an.

Unterschiede zwischen den Stadtteilen
Dabei zeigt sich kein einheitliches Bild der Nutzung einzelner Verkehrsmittel im Stadtgebiet Bremen. Während im Bereich Bremen Mitte nur ein Viertel der Wege mit dem Pkw zurückgelegt werden, sind es in Bremen–Nord fast die Hälfte. Im Bremer Westen wird fast jeder vierte Weg mit dem ÖPNV zurückgelegt. Diese Unterschiede haben verschiedene Ursachen, wie Topografie, ÖPNV-Angebot, Entfernung zum Arbeitsplatz und Einkaufsmöglichkeiten. Aber auch die Bevölkerungsstruktur, Bildung, Einkommen und die reine Möglichkeit, regelmäßig einen Pkw nutzen zu können, spielen für die Wahl des Verkehrsmittels eine Rolle. Im Verkehrsentwicklungsplan Bremen 2025 wurden daher unterschiedliche Maßnahmen für die Stadtteile entwickelt, um insgesamt die verkehrspolitischen Ziele zu erreichen.

Link zu weiteren Informationen

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Technischen Universtität Dresden

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