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Generalplan Küstenschutz Niedersachsen / Bremen

Stand und Umsetzung des Küstenschutzes im Land Bremen

Das Land Bremen wird durch eine insgesamt etwa 80 km lange Deichlinie gegen Sturmfluten geschützt. Im Falle des Versagens der Hochwasserschutzanlagen können u. a. erhebliche Sachschäden entstehen, sowohl bei öffentlichen Infrastruktursystemen, wie etwa Verkehrswegen und Versorgungseinrichtungen, als auch im privaten Bereich.
Die Folgen von Überflutungen wirken über die Landesgrenzen hinaus. Deshalb haben die Länder Niedersachsen und Bremen frühzeitig eine enge gegenseitige Abstimmung im Bereich des Küstenschutzes verabredet.

Im gemeinsam aufgestellten Generalplan Küstenschutz Teil 1 (GPK 1) der Länder Niedersachsen und Bremen, welcher im März 2007 veröffentlicht wurde, wurde das Bestick (Deichabmessungen) der Landesschutzdeichlinie stromab der Weser ab dem Wehr in Hemelingen in Hinblick auf den Klimawandel und ein zukünftiges Sturmflutszenario überprüft und neu festgelegt. Die damalige Deichlinie (74 km zzgl. ca. 6 km Deichstrecke aufgrund des späteren Staatsvertrages zur Übertragung der Luneplate) wurde im Rahmen der Aufstellung des GPK 1 in 2007 auf ihre erforderlichen Abmessungen hin überprüft.

Im Küstenschutz stellt die kontinuierliche Überprüfung der vorhandenen Schutzbauwerke hinsichtlich ihrer Abmessung eine Daueraufgabe dar.

In 2008 wurde der Bemessungswasserstand, aufgrund der Erkenntnisse des damaligen IPCC Berichtes aus 2007, um weitere 25 cm („Klimafolgenzuschlag“) erhöht. Die neuen Bestickhöhen (Bemessungswasserstand inkl. Wellenauflauf) wurden daraufhin ebenfalls neu festgesetzt. Im Ergebnis wurde damals festgestellt, dass etwa 52 km Deichlinie im Mittel um 1,0 m erhöht werden muss. Bei dem Neubau von Küstenschutzanlagen wird im Land Bremen ein statisch-konstruktives Vorsorgemaß von weiteren +75 cm in der Bauwerksgründung berücksichtigt, so dass diese Bauwerke jederzeit um bis zu 75 cm erhöht werden können.

Mit der baulichen Umsetzung des Generalplans Küstenschutz wurde 2009 begonnen. Seitdem wurden bis Ende 2019 rd. 26,6 km Landesschutzdeichlinie in Bremen und Bremerhaven erhöht. Mit der Aufstellung des GPK 1 in 2007 wies ein Teil der Hochwasserschutzlinie entlang der Unterweser von Anfang an eine ausreichende Deichhöhe (rd. 28 km) auf. Damit entsprechen nunmehr ca. 68% (26,6 km + 28 km = 54,6 km) der rd. 80 km langen Deichlinie entlang der Unterweser den Anforderungen des GPK 1 2007. Demnach sind noch ca. 32 % (rd. 25,4 km) zu erhöhen.

Die Küstenschutzmaßnahmen werden hauptsächlich aus der GAK (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“) und dem Sonderrahmenplan finanziert. Der Bund finanziert hierbei im Rahmen der ihm zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel grundsätzlich 70% und das Land Bremen 30% der förderfähigen Gesamtkosten.

Der Generalplan Küstenschutz steht zum Download bereit:

Die Projektträger, die im Land Bremen für die bauliche Umsetzung des Generalplans Küstenschutz verantwortlich zeichnen, sind

Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa (SWAE) bedient sich für die Planung und Bau im Bereich der Überseestadt der Wirtschaftsförderung Bremen GmbH (WFB). Die Senatorin für Wissenschaft und Häfen (SWH) bedient sich für die Planung und Bau im Stadtgebiet Bremerhaven der bremenports GmbH.

Aktuelle besondere Projekte:

Im Stadtgebiet Bremen ist aktuell die Küstenschutzmaßnahme entlang der Stadtstrecke im Verbandsgebiet des Deichverbandes am linken Weserufer von besonderer Bedeutung. Genauere Informationen zum Projekt finden Sie hier.