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Rennbahn Bremen

Auf der Fläche der ehemaligen Galopprennbahn sollte ursprünglich ein neues urbanes Stadtquartier mit vielfältigen Nutzungen im Stadtteil Hemelingen entstehen. In der Abstimmung zum Volksentscheid im Jahr 2019 entschieden sich die Bremer Bürgerinnen und Bürger jedoch mehrheitlich gegen eine Bebauung des Rennbahnareals und plädieren für einen Erhalt und für eine Nutzung der Fläche für Freizeit, Sport und Kultur.

Die ehemalige Galopprennbahn befindet sich im Bremer Osten im Stadtteil Hemelingen, Ortsteil Sebaldsbrück; unmittelbar nördlich angrenzend beginnt der Stadtteil Vahr. Die Rennbahn wurde seit 1875 für den Pferderennsport genutzt. Der Innenbereich der Rennbahn wurde 2006 zu einem Golfplatz umgestaltet. Bestandsteil des Areals ist ebenfalls der am nördlichen Rand gelegene rd. 5 Hektar große öffentliche Grünanzug „An der Rennbahn“ mit dichtem Baumbestand und einer Hundeauslauffläche.

Die Flächen befinden sich in städtischem Eigentum. Die Flächen waren an den Rennverein sowie an einen Golfclub verpachtet. Der Pachtvertrag mit dem Rennverein wurde zum Ende 2017 gekündigt. Mit dem Golfclub wurde eine Vereinbarung über die Beendigung des Pachtverhältnisses zum 31.12.2017 geschlossen, wobei der Golfclub das Gelände noch bis Ende 2019 zwischennutzen konnte. Die Fläche wurde zum 14.02.2020 an die Stadt übergeben.

Auf der Fläche der ehemaligen Galopprennbahn sollte ursprünglich ein neues urbanes Stadtquartier mit vielfältigen Nutzungen im Stadtteil Hemelingen entstehen. Am 24. November 2016 beschloss die Deputation für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung, Energie und Landwirtschaft daher die Aufstellung eines Bebauungsplanes (B-Plan 2488) mit einer entsprechenden Zielsetzung.

In Vorbereitung einer neuen Entwicklung wurden ab 2017 zunächst Fachgutachten sowie eine „Stadtstruktuelle Analyse“ beauftragt, um im Bremer Osten die umgebenden Gebiete in Hinblick auf stadtplanerisch relevante Aspekte zu untersuchen und um mit Interessenvertreterinnen und -vertretern, der Ortspolitik und der Öffentlichkeit ins Gespräch zu kommen. Die gutachterlichen Untersuchungen auf die Gesamtstadt und den Stadtteil bezogenen ortsspezifischen Rahmenbedingungen wurden ab 2018 kontinuierlich durch einen transparenten, öffentlichen Beteiligungsprozess begleitet. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurden die Ergebnisse der „Stadtstrukturellen Analyse“, die Fachgutachten und die Ergebnisse aus dem Beteiligungsverfahren (öffentliche Ideenwerkstatt) zusammengefasst.

Des Weiteren sind zwei Ortsamtsbezirke (Hemelingen und Vahr) und die jeweiligen ortspolitischen Gremien (Beiräte) beteiligt. Die Beiräte haben 2016 einen gemeinsamen Regionalausschuss gebildet, der sich in regelmäßigen Abständen zum Thema des Rennbahnareals in öffentlicher Sitzung trifft.

Bereits vor Beauftragungen der Fachgutachten gründete sich eine Bürgerinitiative (BI) „Rennbahngelände Bremen“, die sich zunächst für den Erhalt der Galopprennbahn einsetzte. Im Laufe des Beteiligungsprozesses entschied sich die Bürgerinitiative zur Unterschriftensammlung, um einen Volksentscheid herbeizuführen. Ziel der Bürgerinitiative war ein vollständiger Verzicht auf die Bebauung des Rennbahnareals. Im September 2018 wurde das Volksbegehren zugelassen.

In der Abstimmung zum Volksentscheid am 26. Mai 2019 entschieden sich die Bremer Bürgerinnen und Bürger mehrheitlich gegen eine Bebauung des Rennbahnareals.
Durch den Volksentscheid am 26. Mai 2019 musste vom bisherigen Entwicklungsziel eines urbanen Stadtquartiers Abstand genommen werden. Die Fläche des Rennbahnareals soll gemäß Volksentscheid künftig für „Erholung, Freizeit, Sport und Kultur“ genutzt werden. „Wohnungsbau und Industrieansiedlungen“ sollen ausgeschlossen sein Ortsgesetz vom 25. Juni 2019.

Da das mit dem Bebauungsplan 2488 ursprünglich verfolgte Planungsziel aufgrund des Volksentscheids nicht mehr umgesetzt werden soll, wurde in der Sitzung der Deputation für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung am 23. April 2020 der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan 2488 aufgehoben.

Gemäß der Verabredung im Senat liegt die Federführung und Organisation des Kommunikationsprozesses (Beteiligungsverfahren) bei der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau. In Abstimmung mit den Beiräten und den Anwohner*innen sowie der Bürgerinitiative ist über die zukünftige Entwicklung des Rennbahnareals zu beraten. Daher ist ein neuer Beteiligungsprozess zu starten. Dieser erfolgt partizipativ in Form eines „Runden Tisches“.

Die Folie zeigt den "Beteiligungsprozess Rennbahn" (pdf, 146 KB)

Der Runde Tisch wird sich auf die langfristige Entwicklung des Geländes, unterteilt in drei Phasen, konzentrieren.

Zur Verständigung und Vorbereitung zum „Runden Tisch“ haben sich seit Anfang Januar 2020 Vertreterinnen und Vertreter aus der Ortspolitik, der Verwaltung, der Bürgerinitiative und aus den Bürgerschaftsfraktionen auf die Arbeitsweise und den Teilnehmerkreis zum „Runden Tisch“ geeinigt ("Phase 0").

Phase 1 "Zettel-Phase": Ziel der Phase 1 ist die Fragestellung: Was kann und was soll die Fläche leisten und für wen? Die erarbeiteten "Ideen und Bedarfe" werden am Ende der Phase 1 der Deputation zur Beschlussfassung vorgelegt.

Phase 2 „Das Bild entsteht“: Ziel der Phase 2 ist der Rahmenplan (flächenhafte Darstellung, wo welche Nutzungsarten vorgesehen sind). In der Phase 2 startet auch die Bauleitplanung. Am Ende der Phase 2 wird der Rahmenplan der Deputation zur Beschlussfassung vorgelegt. Auf dieser Grundlage kann auch der Aufstellungsbeschluss zu einem neuen Bebauungsplan gefasst werden.

Phase 3 „Der Plan entsteht“: Ziel der Phase 3 ist die Durchführung von Wettbewerben für Teilflächen. Mit Wettbewerben für Teilflächen werden alternative Ideen und Lösungen gesucht, wie beispielsweise die Spiel- und Sportflächen aussehen sollen und welche Funktionen und Qualitäten Gewässer- und Landschaftselemente haben. Im Ergebnis entstehen konkrete Pläne für Teilflächen als Grundlage für die verbindliche Bauleitplanung (Bebauungs-plan).

  • Vorbereitungstreffen am 17.02.2020

Vertreterinnen und Vertreter der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, der Bürgerinitiative Rennbahngelände Bremen sowie aus den Beiräten Vahr und Hemelingen, vom Regionalausschuss und aus den Bürgerschaftsfraktionen haben sich am 17.02.2020 auf die Arbeitsweise und den Teilnehmerkreis des Runden Tisches verständigt.

In einer konstruktiven Sitzung beschlossen die Vertreterinnen und Vertreter, dass der Runde Tisch aus einem „inneren“ sowie einem „äußeren“ Kreis bestehen soll, um die Arbeitsfähigkeit zu verbessern. Begleitet wird der Runde Tisch durch eine externe Moderation. Getagt werden soll alle vier bis sechs Wochen halbtägig und nicht öffentlich, die Öffentlichkeit wird über den Regionalausschuss Galopprennbahn sowie über abgestimmte „Kommuniqués“ im Anschluss an die Sitzungen informiert. Transparenz und die Einbeziehung der Bevölkerung waren allen Teilnehmenden besonders wichtig, beispielsweise über weitere punktuelle öffentliche Forma-te.

Der Runde Tisch wird kein Beschlussgremium sein. Er trägt Gesichtspunkte zusammen und spricht Empfehlungen aus. Auf dieser Grundlage werden Beschlüsse von den zuständigen Gremien wie den Beiräten, Deputationen und der Bürgerschaft gefasst werden.

  • Auftakt Runder Tisch am 12.06.2020

Der Runde Tisch Galopprennbahn hat am 12. Juni 2020 seine Arbeit aufgenommen. Ursprünglich hatte die Versammlung unterschiedlicher Interessensvertretungen schon im März die Arbeit aufnehmen sollen. Das war Corona-bedingt zunächst vertagt worden. Und trotz aller Lockerungen fand die erste Sitzung nicht als Präsenzveranstaltung, sondern als Video-Konferenz statt.

Vertreterinnen und Vertreter der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, der Bürgerinitiative Rennbahngelände Bremen sowie aus den Beiräten Vahr und Hemelingen, vom Regionalausschuss und aus den Bürgerschaftsfraktionen sowie weiterer Initiativen bilden die Besetzung des Runden Tisches. Neben der Klärung der Rahmenbedingungen stand auch eine virtuelle Erkundung des Geländes in Form eines „Drohnen-Rundfluges“ auf der Agenda, da durch die Corona-Pandemie eine Begehung nicht möglich war.

Die Zwischennutzung des Rennbahngeländes steht nicht auf der Arbeitsagenda des Runden Tischs. Sie wird durch die ZwischenZeitZentrale organisiert, die von der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa beauftragt ist. Zwischennutzungen werden regelmäßig dem Run-den Tisch kommuniziert, da sie mögliche langfristige Überlegungen des Runden Tisches beeinflussen könnten. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, dass aus einer Zwischennutzung auch eine Nachnutzung wird.

Teilnehmende „innerer Kreis“:
• Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau
• Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa
• Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport
• Die Bürgerinitiative Rennbahngelände Bremen
• Regionalausschuss der Beiräte Hemelingen und Vahr
• Beiratssprecher Hemelingen und Vahr
• Ortsamtsleitung Hemelingen
• Vertreter der Bürgerschaftsfraktionen
• Initiative grünes Bremen/NABU Bremen
• Landessportbund

Teilnehmende „äußerer Kreis“:
• Die Senatorin für Kinder und Bildung
• Der Senator für Kultur
• Gewoba
• Fa. Siedentopf
• Atlantik Hotel Galopprennbahn
• Weitere Vertreter der Bürgerinitiative Rennbahngelände Bremen
• Wirtschaftsförderung Bremen

Zu fachspezifischen Themen können weitere Teilnehmende eingeladen werden.

Claudia Schulze

Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, Bereich Stadtplanung


Jan Brüning

Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau
Contrescarpe 72
28195 Bremen


Vergangene Termine:

  • Jugendwerkstatt „Jugend gestaltet mit“
    Montag, den 21. Januar 2019, Rennbahngelände im Gebäude „Waage“
  • Ideenwerkstatt - Bürgerinnen und Bürger entwickeln Ideen für das Areal
    Mittwoch, den 21. November 2018, Betriebsstätte Martinshof, Georg-Gries-Straße 1
  • Strukturanalyse (Abschlussbericht)
    Ortserkundung zu Fuß oder mit dem Rad und anschließendem Informationsabend
    Freitag, 31. August 2018 von 16:00 bis ca. 20:00 Uhr (Einlass 15:45 Uhr).
    Treffpunkt/Veranstaltungsort: Tribüne + Turflounge, Ludwig-Roselius-Allee 4, 28329 Bremen
  • Strukturanalyse (Erste Ergebnisse der Untersuchung)
    Vorstellung und Erörterung in öffentlicher Veranstaltung
    Montag, 07. Mai 2018 von 19:00 bis ca. 21:30 Uhr (Einlass 18:30)
    Veranstaltungsort wie oben
  • Machbarkeitsstudie (Erste öffentliche Veranstaltung)
    Vorstellung und Erörterung in öffentlicher Veranstaltung
    Montag, 09. April 2018 von 19:00 bis ca. 21:30 Uhr (Einlass 18:30)
    Martinshof, Speisesaal, Betriebsstätte in der Georg-Gries-Str. 1 (Buslinie 25, Haltestelle Georg-Gries-Str.)
  • Vorbereitungstreffen zum Runden Tisch am 17.02.2020
  • Auftakt Runder Tisch am 12.06.2020
  • Sitzung Runder Tisch am 11.09.2020

Stand: 20.08.2018

Steht die Tribüne unter Denkmalschutz?

Die Tribüne ist ein Teil der Rennbahngeschichte, steht aber nicht unter Denkmalschutz. Im weiteren Verfahren wird geprüft, ob die Tribüne, ebenso wie die Waage, ganz oder teilweise erhalten bleiben kann.

https://osm.nkbre.net/lfd-denkmal.html

Welche Gutachten wurden beauftragt/was wurde untersucht (Stand: Juli 2018)?

Ökologische Bestandserhebung:
- beauftragtes Büro: BIOS – Gutachten für ökologische Bestandsaufnahme, aus Osterholz-Scharmbeck.
- beauftragt wurde die Grundlagenerhebung von Natur und Landschaft zur planerischen Bewältigung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung, Arten- und Biotopschutz und Baumschutz.
- Untersuchungszeitraum ist von März bis November 2018, die Untersuchungen laufen.
Altlasten- und Baugrunduntersuchungen:
- beauftragtes Büro: Umtec, Partnerschaft Beratender Ingenieure und Geologen, aus Bremen.
- Grundlagenermittlung und Ausarbeitung von konkreten Untersuchungskonzepten sind erfolgt. Ebenfalls ist ein Leistungsbild für Technische Erkundungen und Laborarbeiten erstellt worden. Die Erkundungen haben in Abstimmung mit der GolfRange im Juli 2018 begonnen. Daran anschließend erfolgen die Auswertung und Bewertung der Untersuchungen in Form eines Gutachtens.

Hydraulische Untersuchung zu Niederschlags- und Schmutzwasserentsorgung:
- beauftragtes Büro: BPR, Beratende Ingenieure, aus Bremen.
- Grundlagenermittlung und Ausarbeitung des Niederschlags- und Schmutzwassers sind erfolgt (Erkundung Verlauf Mittelkampsfleet, Prüfung wasserrechtliche Einleiterlaubnisse, Grundwasserstände, Auswertung der Kanalbestandspläne Schmutzwasser).
- die Erstellung eines Leistungsbildes zur hydraulischen Untersuchung der Zu- und Abflussleistung für das Gebiet ist zusätzlich beauftragt worden. Hierzu wurde im Mai 2018 die Firma „ifs – Ingenieurgesellschaft für Stadthydrologie mbH“ beauftragt (Untersuchungszeitraum ca. ein halbes Jahr).

Film: Flug über das Areal der Rennbahn