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Forschungsprojekt "BREsilient - Klimaresiliente Zukunftsstadt Bremen"

Bremen ist durch die Folgen des Klimawandels auf vielfältige Weise betroffen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen wurde auf kommunaler und Landesebene eine Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels entwickelt. Das BREsilient-Projekt setzt auf diese Anpassungsstrategie auf und unterstützt zum einen die Kosten-Nutzen-orientierte Priorisierung der darin formulierten Anpassungsmaßnahmen. Zum anderen werden langfristige Anpassungsmaßnahmen für das Cluster Maritime Wirtschaft/Logistik unter Berücksichtigung indirekter Klimafolgen erarbeitet sowie konkrete Maßnahmen zur Hochwasservorsorge in zwei ausgewählten Bremer Quartieren unter Beteiligung der Akteure vor Ort entwickelt.

Die Forschungsarbeiten werden umsetzungsorientiert durchgeführt. Zentrale Bestandteile des BREsilient-Projekts bilden vier sogenannte Reallabore, in denen die betroffenen Akteure (Verwaltung, Wirtschaftsakteure, AnwohnerInnen) in den Forschungsprozess einbezogen werden und gemeinsam Lösungen für den Umgang mit jeweils relevanten Klimafolgen erarbeitet werden. Die Reallabore ermöglichen einen iterativen Prozess zwischen Praxis, Akteursbeteiligung und Forschung, so dass wissenschaftlich fundierte und umsetzungsfähige Lösungen für Bremen erarbeitet werden.

Zur Projekt-Homepage BREsilient.de

BREsilient-Projektbeschreibung (pdf) (pdf, 87.8 KB)

Förderrichtlinie:
BMBF, Ausschreibung zur Förderung von Vorhaben für die Umsetzung der Leitinitiative Zukunftsstadt vom 18. März 2016

Geplante Projektlaufzeit: 01.11.2017 – 31.10.2020

Verbundpartner:
Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr (SUBV, Verbundleitung)
Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL)
Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung GmbH (IÖW)
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg - Ökologische Ökonomie (Uni-OL)

beantragtes Gesamtprojektvolumen: ca. 2,3 Mio. Euro

(1) Unterstützung der Priorisierung von Anpassungsmaßnahmen auf Basis von beteiligungsorientierten Kosten-Nutzen-Analysen (KNA)

Das BREsilient-Projekt führt zur Priorisierung und Entscheidungsvorbereitung ausgewählter Klimaanpassungsmaßnahmen regionalökonomische Analysen und beteiligungsorientierte Kosten-Nutzen-Analysen durch. Hierbei soll z. B. der Forschungsfrage nachgegangen werden, welche Kosten und Nutzen einzelne Klimaanpassungsmaßnahmen für die Stadtbevölkerung haben oder welchen Beitrag bisher noch nicht monetarisierte Kosten und Nutzen (z. B. Wirkungen auf das Stadtbild, die Aufenthaltsqualität oder auf die Gesundheit) leisten.

(2) Identifikation von Anpassungsmaßnahmen für das Cluster „Maritime Wirtschaft / Logistik“

Die Maritime Wirtschaft und die damit direkt im Zusammenhang stehenden Logistikunternehmen Bremens könnten zukünftig erheblich von Klimafolgen betroffen sein. Es bestehen derzeit noch erhebliche Wissenslücken zur Relevanz direkter und vor allem indirekter (über Handelsströme und Wertschöpfungsketten wirkende) Klimafolgen. Diese Fragestellungen werden im Rahmen des BREsilient-Projekts für das Cluster aufbereitet und zielgerichtet in die Unternehmen kommuniziert. Relevante Forschungsfragen sind z. B.: Wie wirken sich internationale Klimafolgen auf das Cluster Maritime Wirtschaft in Bremen aus? Durch welche Anpassungsmaßnahmen können die verschiedenen Akteure die Vulnerabilität des Clusters verringern?

(3) Identifikation von Anpassungsmaßnahmen zur Hochwasservorsorge in zwei Bremer Stadtteilen

Vor dem Hintergrund der klimawandelbedingt zunehmenden Gefährdung durch Starkregen, Hochwasser und Sturmfluten besteht in Bremen Bedarf, Maßnahmenkonzepte in Gebieten vor der Hochwasserschutzlinie sowie in Gebieten ohne technischen Hochwasserschutz zu entwickeln. Gemeinsam mit betroffenen Akteuren des Stadtgebietes werden in einem partizipativen Prozess Alternativen geprüft und Maßnahmenkonzepte entwickelt, die die Hochwasserschutzanforderungen der unterschiedlichen Nutzergruppen und Betroffenen berücksichtigen und das Risikobewusstsein stärken. Unter Berücksichtigung der geplanten Schadenspotentialanalysen stehen dabei der Personenschutz, der Schutz der Sachwerte und die Gefahrenabwehr im Fokus.

(4) Formative und Wirk-Evaluation der Reallabore zur Sicherstellung des Projekterfolgs.

Die formative Evaluation der Beteiligungsprozesse in den Reallaboren dient zur Nachsteuerung der eingesetzten Beteiligungsformen und zur Identifikation von Erfolgsfaktoren bei der Gestaltung von Beteiligungsprozessen/Reallaboren zur Klimaanpassung. Die Wirkevaluation zielt darauf ab, zu erfassen, inwieweit die Beteiligungsprozesse zu resilienzsteigernden Klimaanpassungsentscheidungen und -maßnahmen führen werden. Hierdurch wird eine weitere Entscheidungsgrundlage erarbeitet, die aufzeigt, welche Klimaanpassungsmaßnahmen nach Ende des dreijährigen BREsilient-Projektes erfolgversprechend in eine geplante Umsetzungsphase gehen können.

Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr (SUBV) der Freien Hansestadt Bremen steuert als Konsortialführer das Gesamtprojekt. Hierbei werden auch die notwendigen Ansprechpartner der Bremer Verwaltung zur Durchführung der Reallabore eingebunden. Darüber hinaus ist der SUBV die Schnittstelle zum Projektträger und verantwortet das Gesamtcontrolling und Berichtswesen des Projektes. SUBV ist in allen Arbeitspaketen des Projektes inhaltlich und organisatorisch eingebunden und übernimmt neben der Projektleitung und Öffentlichkeitsarbeit/Kommunikation v. a. die Federführung bei der Organisation/Umsetzung von drei Reallaboren, mit wissenschaftlicher Unterstützung durch die Forschungspartner:

--> Reallabor (v. a. mit Verwaltungsakteuren) zur Priorisierung von Anpassungsmaßnahmen auf Basis von regionalökonomischen Analysen und beteiligungsorientierten Kosten-Nutzen-Analysen.

--> Zwei Reallabore (v. a. mit AnwohnerInnen) zur Identifikation von Anpassungsmaßnahmen zur Hochwasservorsorge in zwei Bremer Stadtteilen.

Arbeitspakete des BREsilient-Projekts
BREsilient Arbeitspakete