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Bahn- und Schienenlärm

Worum geht es beim Thema Bahnlärm?

Bahnlärm (auch Schienenverkehrslärm) ist Lärm, der von öffentlichen Schienenwegen ausgeht. Der Lärm wird zum größten Teil von Schienenfahrzeugen verursacht und entsteht überwiegend an folgenden Quellen:

  • Berührungsstellen zwischen Rad und Schiene (Reibung und Rollgeräusch)
  • Motoren, Lüfter und Kompressoren
  • Luftverwirbelungen an Loks und Wagen bei hohen Geschwindigkeiten
  • in Rangier- und Umschlagbahnhöfen durch Rangier- und Verladevorgänge
  • Gleiskurven, Weichen und Bremsanlagen der Fahrzeuge

Die europäische Umgebungslärmrichtlinie schreibt vor, dass die Lärmbelastung durch Schienenwege alle fünf Jahre festgestellt werden soll.

Kartenauszug von Bremen, der Lärmisophone anzeigt.
Lärmisophone LDEN, Ausschnitt aus der Lärmkarte des EBA für das Stadtgebiet Bremen

Im Rahmen der Lärmkartierung wird die Lärmbelastung durch Schienenwege im Lande Bremen berechnet. Die aktuellen Lärmkarten für die bundeseigenen Schienenwege wurden vom Eisenbahnbundesamt (EBA) fristgerecht zum 30. Juni 2017 erstellt und können auf den Internetseiten des EBA eingesehen werden. Die Lärmkarten für die Strecken der Bremer Straßenbahn (Stadtgemeinde Bremen) und die übrigen Schienenwege im Lande Bremen wurden vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr in Zusammenarbeit mit einem Gutachterbüro erstellt und werden gegenwärtig einer Qualitätssicherung unterzogen.

Im Kartendienst des Eisenbahnbundesamtes finden Sie Angaben zur Anzahl der Züge/Jahr auf den einzelnen bundeseigenen Strecken (siehe dortige Legende), und Sie können auch nach Straße und Hausnummer suchen.

Die Lärmminderung an Schienenwegen ist vergleichbar mit den Maßnahmen beim Straßenverkehr. Allerdings kommen im Interesse eines störungsfreien Verkehrsablaufs nur langfristige Maßnahmen in Betracht:

  • Verlagerung und Bündelung des Güterverkehrs
  • Umrüstung von Fahrzeugen
  • Nutzung von Abschirmungen durch entsprechende Gebäudegestaltung bei Neuplanungen
  • Schallschutzwände und -wälle
  • Einbau von Schallschutzfenstern (passive Maßnahme)
  • Einbau von Schienenstegdämpfern (aktive Maßnahme)
  • Schmierung zur Minderung von Geräuschen in Kurven und an Weichen

Wie bei den Maßnahmen gegen Straßenlärm wird außerdem im Einzelfall geprüft, ob eine aktive Maßnahme (z.B. Lärmschutzwand) oder eine passive Maßnahme (Einbau von Schallschutzfenstern) wirtschaftlicher ist. Aus städtebaulicher Sicht und auch für die Anwohner sind hohe Lärmschutzwände (zum Beispiel mit einer Höhe von 3 m oder mehr) nur in einem gewissen Maß zumutbar.

Stadtgebiet Bremen: Übersichtskarte aus der Potentialanalyse zum Schutz vor Bahnlärm
Stadtgebiet Bremen: Potentialanalyse zum Schutz vor Bahnlärm

Die durch Bremen verlaufenden Hauptschienenstrecken sind bundeseigene Strecken. Das Streckennetz wird von der DB Netz AG betreut. Diese Institution ist auch für die Durchführung des Lärmsanierungsprogramms zuständig. Seit 1. Januar 2016 liegen die Auslöseschwellen für die Lärmsanierung tagsüber bei 67 dB(A) und nachts bei 57 dB(A). Zusammen mit dem Wegfall des sogenannten Schienenbonus von 5 dB(A) wurde seit Anfang 2015 dieser Wert um insgesamt 8 dB(A) reduziert. Daher überarbeitet die DB Netz AG das Gesamtkonzept, so dass sich auch für das Land Bremen noch Maßnahmen - z. B. weitere Lärmschutzwände an den Haupteisenbahnstrecken - ergeben können. Im März 2017 hat der Bundestag das Schienenlärmschutzgesetz verabschiedet, das ab 13. Dezember 2020 den Einsatz lauter Güterwagen auf dem deutschen Schienennetz verbietet.

Das Eisenbahnbundesamt ist für die Lärmaktionsplanung an den Haupteisenbahnstrecken des Bundes zuständig. Für Ballungsräume wie Bremen und Bremerhaven gilt als Besonderheit, dass die Kommunen für die Aktionspläne zuständig sind und das Eisenbahnbundesamt dabei mitwirkt. Vom 30. Juni bis 25. August 2017 lief zu dem neuen bundesweiten Lärmaktionsplan an Schienenwegen des Bundes die 1. Öffentlichkeitsbeteiligung, wobei im Stadtgebiet Bremen mehr als 360 Eingaben gemacht wurden. Die 2. Öffentlichkeitsbeteiligung lief vom 24. Januar bis 7. März 2018.

Parallel dazu wurde in den Jahren 2016-2017 vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr für das Stadtgebiet Bremen eine Potentialanalyse (pdf, 5.8 MB) erstellt, um besonders stark vom Bahnlärm betroffene Gebiete zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen daraus ableiten zu können. Dabei ist auch der neue Gebäudebestand seit 1974 berücksichtigt. Insgesamt ergaben sich mehr als 60 Vorschläge zu ergänzenden Bauwerken, um zum Beispiel Lücken in den vorhandenen Lärmschutzwänden zu schließen. Anhand dieser Vorschläge wurde eine Prioritätenliste erarbeitet, Berechnungsgrundlage ist ein Schalltechnisches Gutachten (pdf, 644.7 KB).

In Zusammenarbeit mit der DB Netz AG und dem Umweltzentrum der Deutschen Bahn wurden für diese Maßnahmen erste Kostenschätzungen erarbeitet, um anschließend über die Prioritäten entscheiden zu können. Naheliegend sind dabei die Verlängerung bzw. Ergänzung von Lärmschutzwänden und der Einbau von Schienenstegdämpfern.

Für Fragen zum Thema Bahnlärm im Land Bremen wurde ein Bahnlärmbeauftragter eingesetzt. Dieser

  • nimmt Anfragen und Beschwerden entgegen,
  • leitet diese weiter und
  • gibt Auskünfte über weitere Ansprechpartner bei Bund und Bahn.

Um Ihr Anliegen bearbeiten zu können hinterlassen Sie bitte stets Ihren Namen, Emailadresse und/oder Postanschrift sowie Zeitraum, Ort, Art und Umfang der Lärmbelästigung.

Senator für Umwelt, Bau und Verkehr

Der Bahnlärmbeauftragte

Postanschrift: Contrescarpe 72
28195 Bremen

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