Sie sind hier:

Fluglärm

Welche Betriebszeit und Flugbeschränkungen gelten am Verkehrsflughafen Bremen?

Mit dem Betrieb des Verkehrsflughafens in Bremen sind Lärmereignisse durch Flugzeuge mit unterschiedlich hohen Schalldruckpegeln verbunden. Die Wirkung eines Lärmereignisses ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Zu den Faktoren gehören die Windrichtung sowie die allgemeine Wetterlage. Aber auch Alter und individuelle Empfindlichkeit der lärmbetroffenen Person spielen eine Rolle.

Nach den rechtlichen Grundlagen im Luftverkehrsgesetz (LuftVG) ist es die Aufgabe der Luftfahrtbehörde beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, die in der Nähe des Flughafens lebenden Menschen vor unzumutbarem Fluglärm zu schützen.

Gemäß den Bestimmungen in § 6 LuftVG und der Genehmigung für den Verkehrsflughafen Bremen sind die Betriebszeit und die Flugbeschränkungen festgelegt. Hiernach sind "Starts und Landungen von Luftfahrzeugen, die mindestens ICAO-Anhang 16 Kapitel 3 erfüllen", von 6 bis 22:30 Uhr erlaubt. Diese Bedingungen erfüllen heutzutage die meisten Flugzeugtypen. Weiterhin erlaubt die Genehmigung des Flughafens "zwei Landungen bis 23 Uhr von Kapitel 3-Luftfahrzeugen", deren Halter Luftfahrtunternehmen sind, die am Flughafen Bremen einen Schwerpunkt ihres Wartungsbetriebes unterhalten und von der Genehmigungsbehörde als Home Carrier anerkannt sind, sowie "verspätete Landungen bis 24 Uhr" dieser Luftfahrzeuge.

Darüber hinaus kann die Luftfahrtbehörde Ausnahmegenehmigungen auf Antrag der Fluggesellschaften erteilen. Diese sind seit 1. Januar 2012 gebührenpflichtig und nach Ankunftszeit gestaffelt. Nähere Informationen finden Sie hier. Die Rechtsgrundlagen finden Sie auf der Internetseite beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen.

Wie laut ist es in der Umgebung des Flughafen?

Eine Übersichtskarte der Fluglärmmessstellen in Bremen.
Übersichtskarte Fluglärmmessstellen.

Zur Überwachung des Fluglärms betreibt die Flughafen Bremen GmbH eine kontinuierliche Fluglärm-Messanlage nach § 19a des Luftverkehrsgesetzes. Die Anforderungen an diese Messanlage sind in der DIN 45643 festgelegt. In Bremen wurden insgesamt 9 dauerhafte Fluglärm-Überwachungsgeräte in der Umgebung des Flughafens eingerichtet. Zusätzlich werden mit dem mobilen Lärmmesswagen weitere Messungen nach Bedarf durchgeführt.

Die Mess- und Auswertungsergebnisse der Fluglärm-Überwachungsanlage sowie statistische Daten zu den Flugbewegungen und den Nachtflügen (22-6 Uhr) werden auf der Internetseite des Verkehrsflughafens veröffentlicht.

Eine Einschätzung der Lärmsituation kann anhand der Schutzzonen nach dem Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm (Fluglärmgesetz) und aufgrund der Karten nach der Umgebungslärmrichtlinie erfolgen.

Das Fluglärmgesetz regelt die Ansprüche auf passive Schallschutzmaßnahmen. Aufgrund der unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen kann im Einzelfall ein anderes Ergebnis gemäß den Karten nach der Umgebungslärmrichtlinie vorliegen.

Wer hat Anspruch auf passive Schallschutzmaßnahmen - an wen kann ich mich wenden?

Nach dem Fluglärmgesetz haben Berechtigte Anspruch auf Erstattung von Aufwendungen für Schallschutzmaßnahmen, sofern sich ihr Grundstück innerhalb der Tag-Schutzzone 1 oder der Nachtschutzzone befindet. Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen ist die für die Festsetzung der Erstattungsansprüche zuständige Behörde. Ein Anspruch auf die Erstattung von Aufwendungen für Schallschutzmaßnahmen läuft seit dem 24.12.2014.

Umfassende Informationen finden Sie beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen.

Alternativ zum behördlichen Verfahren führt die Flughafen Bremen GmbH seit November 2013 ein vereinfachtes privatrechtliches Verfahren für den Aufwendungsersatz nach dem Fluglärmgesetz durch: das Schallschutzprogramm "Calmar 2013-2019". Weitere Informationen zu diesem Programm finden Sie unter www.calmar-bremen.de.

Welche Aufgaben hat die Fluglärmschutzkommission?

Die Fluglärmkommission mit der vollständigen Bezeichnung „Kommission zur Abwehr von Fluglärm und Luftverunreinigungen für den Verkehrsflughafen Bremen“ ist ein gesetzlich nach § 32 b Absatz 1 LuftVG eingerichtetes Beratungsgremium. Die Kommission hat die Aufgabe, die Genehmigungsbehörde sowie die Deutsche Flugsicherung über Maßnahmen zum Schutz gegen Fluglärm und gegen Luftverunreinigungen durch Luftfahrzeuge zu beraten. Zum Aufgabenspektrum gehören beispielsweise Beratungen zum Lärmminderungspotential von Flugverfahren, aktive und passive Lärmschutzmaßnahmen, Entgeltordnung und Fluglärm-Überwachungsanlage. Die Kommission ist berechtigt, Maßnahmen zu entwickeln und vorzuschlagen. Die oben genannten Behörden sind allerdings bei ihrer Entscheidung über Maßnahmen nicht an das Beratungsergebnis der Fluglärmkommission gebunden. Halten die Behörden die vorgeschlagenen Maßnahmen für nicht geeignet oder für nicht durchführbar, so wird dies der Kommission unter Angabe der Gründe mitgeteilt.

Informationen über Aufgaben, Mitglieder, Sitzungen sowie den Protokollen finden Sie auf den Seiten der Fluglärmkommission beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen.

Welche Aufgaben hat die Fluglärmschutzbeauftragte?

Beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr ist die Dienststelle einer Fluglärmschutzbeauftragten eingerichtet. Die Fluglärmschutzbeauftragte ist Ansprechpartnerin für alle durch Fluglärm betroffenen Bürgerinnen und Bürger. Im Wesentlichen agiert die Fluglärmschutzbeauftragte mit der Kraft der Argumente und hat grundsätzlich niemandem gegenüber Durchgriffsrechte.

Die Aufgaben sind wie folgt beschrieben:

  • Be- und Erarbeitung von Vorschlägen zur Lärmminderung, auch im Rahmen der Lärmminderungsplanung nach § 47 d des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, insbesondere Streckenführung bei An- und Abflügen, Steig- und Landeverfahren und Maßnahmen am Boden, z.B. Ausweisung besonderer Positionen für Stand-, Probe- und Warteläufe, Errichtung von Schallschutzanlagen, Einschränkung des Umkehrschubs sowie Einschränkung des Flugbetriebs.
  • Mitarbeit bei der Prüfung der Einhaltung der von der Deutschen Flugsicherung (DFS) festgelegten An- und Abflugverfahren und Mitarbeit bei der Prüfung der Einhaltung der vom Senator für Wirtschaft und Häfen, der Flughafen Bremen GmbH, der DFS oder von den Luftverkehrsgesellschaften eingeführten Maßnahmen zur Minderung des Bodenlärms.
  • Zusammenarbeit mit den Luftverkehrsgesellschaften, dem Luftfahrtpersonal sowie den zivilen und militärischen Dienststellen mit dem Ziel der Begrenzung des auftretenden Flug- und Bodenlärms auf ein unvermeidbares Mindestmaß.
  • Bearbeitung, Auswertung und Beantwortung der mit dem Flugbetrieb des Verkehrsflughafens Bremen zusammenhängenden Lärmbeschwerden sowie Berichte und Auskünfte gegenüber der Bremischen Bürgerschaft, den Beiräten, der Fluglärmkommission und anderen Gremien
  • Unterrichtung der zuständigen Behörden sowie der Fluglärmkommission über alle mit dem Themenfeld Fluglärm zusammenhängenden Fragen, soweit sie den jeweiligen Aufgabenbereich berühren. Die Fluglärmschutzbeauftragte nimmt an den Sitzungen der Fluglärmkommission beratend teil, hat jedoch kein Stimmrecht. Die Geschäftsführung für die Fluglärmkommission wird derzeit von der Flughafen Bremen GmbH wahrgenommen.

Wo kann ich mich über Fluglärm beschweren?

Der Online-Service Fluglärm bietet Betroffenen seit dem Jahre 2011 die Möglichkeit, ihre von den Flugbewegungen des Verkehrsflughafens in Bremen ausgehenden Beschwerden einzureichen.

Ihre aktuelle Fluglärmbeschwerde mit Angabe von Datum und Uhrzeit der Flugbewegung, welche mit dem Flugbetrieb des Verkehrsflughafens Bremen in Zusammenhang steht, können Sie beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr dem Online-Service-Fluglärm melden. Hier finden Sie neben dem Meldeformular für Ihre Fluglärmbeschwerde auch die vergangenen Einträge. Aufgrund der Systemumstellung ist die Suche gegenwärtig jedoch nicht möglich.

Nach dem Absenden einer Beschwerde erhalten Sie automatisiert eine Registriernummer. Der Eintrag selbst ist erst nach Freischaltung durch die Behörde im Internet sichtbar. Adressdaten werden nicht angezeigt, personenbezogene Kommentare werden vor der Veröffentlichung gelöscht.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass nur sachliche und ernst gemeinte Einträge bearbeitet werden.

Wo kann ich mich über Flugverläufe informieren?

Die Deutsche Flugsicherung hat die Aufgabe, der Planung der An- und Abflugstrecken, der Flugbewegungslenkung, der Überwachung des Flugverkehrs und gemäß Luftverkehrsgesetz auf den Schutz der Bevölkerung vor unzumutbarem Fluglärm hinzuwirken.

Auf den Internetseiten der Deutschen Flugsicherung werden die Flüge im Nahbereich ausgewählter Flughäfen dargestellt. Hierzu dient das System STANLY_Track mit Informationen zu Flugzeiten, Flugzeugtyp, Flugverlauf und Flughöhe. Die Darstellung der Flugverläufe im Nahbereich des Verkehrsflughafens Bremen kann auf der Internetseite der Deutschen Flugsicherung eingesehen werden.

Hier können Sie wählen, ob Sie aktuelle Flüge (mit einer Verzögerung von einer Viertelstunde) oder Flugspuren aus der Vergangenheit (auch mehrere Tage sind möglich) ansehen möchten.

Kontakt

Anja Gätjen

Fluglärmschutzbeauftragte

Postanschrift: Contrescarpe 72
28195 Bremen

Hinweis

Diese Internetseite enthält externe Links zum Informationsangebot anderer Institutionen. Wir sind bemüht, unsere Internetseiten stets auf dem aktuellen Stand zu halten. Wir können jedoch nicht gewährleisten, dass die angegebenen externen Weblinks vollständige, richtige und aktuelle Informationen enthalten. Die letzte Änderung hier erfolgte am 17. August 2017.