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Integriertes Verkehrskonzept für die Überseestadt in Bremen

Die Verkehrs- und Mobilitätsentwicklung ist aktuell eines der zentralen Entwicklungsthemen der Überseestadt. Sie hat Auswirkungen auf die strategische Weiterentwicklung einzelner Quartiere und Nutzungsbausteine, auf Investitionsentscheidungen von Privaten sowie die mittel- und langfristige städtebauliche Entwicklung der Überseestadt als ein „neues Stück Stadt“.

Die heute bereits an vielen Stellen geplanten und in der Umsetzung und Diskussion befindlichen Entwicklungen und Projekte in der Überseestadt sind nur mit einer Optimierung und Weiterentwicklung der verkehrlichen Infrastruktur denkbar.

Bereits mit Blick auf die bisher erfolgte Entwicklung zeigt sich, dass das heutige Verkehrssystem der Überseestadt nur noch eingeschränkt den Mobilitätsanforderungen der ansässigen Unternehmen sowie der Beschäftigten, Bewohner*innen und Besucher*innen gerecht werden kann. Das Verkehrsaufkommen in der Überseestadt hat in den vergangenen fünf Jahren deutlich zugenommen, so dass es auf den Hauptzu- und -abfahrtstraßen sowie den zentralen Knotenpunkten in den morgendlichen und abendlichen Spitzenstunden bereits heute regelmäßig zu erheblichen Verkehrsbelastungen kommt. Unter anderem hat sich die Verkehrsmenge im Einmündungsbereich Konsul-Smidt-Straße/ Hansator zwischen 2010 und 2015 verdoppelt. Die verkehrliche Erschließung und Anbindung der Überseestadt an das überörtliche IV- und ÖPNV-Netz wird folglich zunehmend zu einem kritischen Standortfaktor für die Überseestadt als Unternehmens- und Wohnstandort, da die heute verfügbaren Kapazitäten in den Spitzenstunden sehr stark ausgelastet sind.

Nach einem Beschluss der Deputation für Wirtschaft, Arbeit und Häfen vom 6. April 2016 wurde vor diesem Hintergrund die Arbeitsgemeinschaft IVAS (Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und Systeme, Dresden) und VCDB (VerkehrsConsult Dresden-Berlin) vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr und der WfB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH mit der Erstellung eines Integrierten Verkehrskonzeptes für die Überseestadt beauftragt.
Ziel der gemeinsamen Planung ist es, auf Grundlage der bis 2030 vorauszusehenden Entwicklung der Überseestadt ein Integriertes Verkehrs- und Mobilitätskonzept zu erstellen und dabei Maßnahmen und Projekte zu identifizieren, mit denen die weitere Entwicklung des Standortes als urbaner, nutzungsgemischter Ortsteil durch erforderliche verkehrliche Maßnahmen und Angebote unterstützt werden kann.

Entsprechend der oben skizzierten Handlungsbedarfe sollen konkret,

  • Maßnahmen zur Verlagerung, Verringerung und Vermeidung von Verkehren identifiziert und ganzheitliche Mobilitätslösungen für die Überseestadt entwickelt werden sowie
  • Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie entsprechende Verbesserungen im bestehenden Verkehrsablauf und zeitnahe Lösungen für eine verbesserte Leistungsfähigkeit der bestehenden Infrastrukturen geschaffen werden können und
  • vorausschauende Antworten auf die Frage geliefert werden, in welchen Bereichen neue Infrastrukturen und Angebote auf- und/oder ausgebaut werden sollen.

Hierbei wurden alle Verkehrsträger integriert betrachtet und aufbauend auf einer umfangreichen Chancen- und Mängelanalyse Maßnahmen sowohl für den Fußgänger- und Radverkehr, als auch den ÖPNV und den MIV entwickelt und hinsichtlich ihrer Wirkung, Wirtschaftlichkeit, Umsetzbarkeit und Zielerreichung bewertet. Dabei wurden auch innovative Ansätze und zukunftsweisende Konzepte betrachtet und bewertet.

In den Anlagen finden Sie den Entwurf zum Integrierten Verkehrskonzept und die zugehörigen Anlagen. Es ist geplant, die Ergebnisse öffentlich im Fachausschuss Verkehr des Beirat vorzustellen (28. September 2017, Ortsamt Walle, Waller Heerstraße 99, 28219 Bremen).

Sie haben die Möglichkeit uns bis zum 30. November 2017 Anregungen, Hinweise und Kommentare zuzusenden (E-Mail: Rainer.Gotzen@bau.bremen.de).

Nach Auswertung aller Stellungnahmen ist es geplant, die politischen Gremien zur Beschlussfassung zum Gutachten zu beteiligen.